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Hike-Berichte

Hikebericht von Zelt 3

Das Ziel von Zelt 3 war Haiterbach (Karte)

Als vorletzte der 16 Zeltgruppen zogen wir am Dienstagnachmittag gegen 16 Uhr los. Unser angestrebtes Ziel war eine Grillstelle bei Neunuifra, wobei die Route über Egenhausen und Beihingen (dort gibt’s einen Edeka) verlaufen sollte. Nach einem lockeren Marsch durch Wald und Wiesen und den ersten fünf Kilometern Wegstrecke, kamen wir in Beihingen an, doch „Oh nein!“. Plötzlich ereilte uns die schreckliche Nachricht, der Edeka habe geschlossen. Was jetzt? 9 Jungscharler, die allesamt dieser Hike-Route nur zugestimmt hatten, weil sie sicher sein konnten, dass man in Beihingen an einem Supermarkt vorbeikäme, in dem man die Sucht nach Süßigkeiten und Getränken stillen konnte. Doch unsere äußerst kompetenten Mitarbeiter Elias und Benjamin disponierten auf unser Bedrängen hin kurzerhand um und schlugen vor, über Haiterbach zu laufen, was unsere Route zwar noch ein Stückchen länger werden ließ, doch ohne die Aussicht auf einen Supermarkt wären wir Jungs wahrscheinliche keinen Schritt mehr weitergelaufen.

Also marschierten wir gen Haiterbach, während in unseren Köpfen schon Eistee, Salzstengelchen, Erdnüsse, Colafläschen, Chips und ein schönes erfrischendes kaltes Eis die Runde machten. Letztes hatte uns Elias nämlich versprochen, wenn wir die Strecke von Beihingen nach Haiterbach in weniger als einer dreiviertel Stunde schafften. Von dieser Versprechung angespornt, zogen wir unseres Weges und waren nach 35 Minuten in Haiterbach eingetroffen, wo wir uns sofort auf die Suche nach einem Supermarkt machten. Man sah 18 strahlende Jungscharleraugen, als wir den riesengroßen Netto mit seiner gigantischen Auswahl an allem, wonach uns zu Mute war, sahen. Und das Eis schmeckte gleich doppelt so gut, weil es für uns Jungs ja kostenlos war :-). Nach einer guten halben Stunde waren dann die Regale im Netto leer und die Verkäuferinnen glücklich, dass wir den Jahresumsatz ihres Supermarkts verdoppelt hatten.

Die Uhr hatte inzwischen sieben geschlagen, weshalb unsere Leiter versuchten das Tempo ein wenig anzuziehen, da wir schließlich noch vor Einbruch der Dunkelheit in Neunuifra ankommen wollten, und es lagen noch 4 oder 5 km vor uns. So durchquerten wir Haiterbach und machten uns auf einem großen Stadtplan an einer Bushaltestelle schlau, wo unser Weg verliefe. So schlugen wir den Weg von Haiterbach in Richtung Altnuifra ein. Denn wir waren uns nicht sicher, ob wir zu doch schon vorangeschrittener Stunde die gesamte Strecke bis nach Neunuifra packen würden und nahmen darum den Weg über Altnuifra, da an selbigem eine Grillstelle gleich nach dem Ortsausgang von Haiterbach auf unserer Landkarte eingezeichnet war. An einer Wegeskreuzung wussten wir plötzlich nicht mehr, welchen Weg wir wohl nehmen müssten und trotzdem der hochkarätigen 50-prozentigen Chance, erwischten wir den falschen Weg und mussten so nach einigen hundert Metern wieder umkehren. Doch nach kurzer Erkundigung bei einer Anwohnerin fanden wir den richtigen Weg und nach etwa einer halben Stunde auch die erste Grillstelle. Diese erfüllte all unsere Anforderungen und war auch noch nicht – was wir befürchtet hatten – von einer anderen (Zelt-)Gruppe belegt, also entschlossen wir uns zu bleiben und dort, an der Schutzhütte Haiterbach, unser Quartier aufzuschlagen. Nach viereinhalb Stunden, wovon wahrscheinlich in etwa die Hälfte Pause war, und zehn zurückgelegten Kilometern: Ankunft um 20:45 Uhr.

Im Anschluss daran stand als erstes Holzholen auf dem Programm, da wir natürlich ein schönes, großes Lagerfeuer machen wollten, um uns einerseits daran zu wärmen, und andererseits unsere Würste zu brutzeln. Nächstes Problem: Wo gibt’s Papier? Außer ein wenig Klopapier hatten wir ja leider nichts zur Verfügung. Doch, keine Hürde war zu hoch, keine Schlucht zu tief, kein Weg zu weit, keine Preis zu teuer für unsere engagierten Mitarbeiter. Pyromeister Benjamin und Elias zauberten aus einem Fetzen Klopapier umgeben von einem kümmerlichen Häufchen Holz ein Lagerfeuer, das seinesgleichen suchte. Nun konnten wir endlich unsere Würste grillen, und nicht nur Würste, auch geröstete Weckla schmecken gut. Obwohl der Schlaf unsere Augen bereits langsam befiel, spielten wir nach dem Essen noch einige Runden „Chef-Vize“. Hinterher, als alle schon in ihre Schlafsäcke gekrochen waren, lasen wir noch gemeinsam aus unserem interaktiven Buch „Der Schrei aus der Zisterne“. So ging ein anstrengender, aber zweifelsohne auch schöner Tag zu Ende.

Um 4:22 Uhr wurden wir von lautem Geklatsche und Taschenlampengefunzel schlagartig aus dem Schlaf gerissen. Alle waren sehr aufgeregt und kreischten durcheinander, man verstand kaum etwas, doch immer wieder herauszuhören war das Wort „Fuchs“. Nach und nach bekam man mit, dass wir Besuch bekommen hatten. Ja, sehr richtig: Von einem Fuchs. Oder sagen wir, mindestens einem, wie viele es tatsächlich waren, wissen wir nicht, wir haben die Tiere nicht markiert, um zu zählen. Wir wurden nach und nach von Benjamin und Elias aufgeklärt, dass Füchse einerseits vor Menschen Angst haben und andererseits für den Menschen ungefährlich sind, sofern man sich nicht gerade abschlecken lässt oder Dinge isst, die von einem Fuchs abgeschleckt wurden. Sonst besteht die Gefahr auf Fuchsbandwurm oder Tollwut. Trotz dieser Entwarnung war uns allen nicht ganz wohl zu Mute. Nachdem Benjamin erzählt hatte, dass er ab Mitternacht schon drei Stunden wach gewesen war, weil er den Fuchs bemerkt hatte und dieser sich an den rund um die Hütte aufgestellten Mülleimern zu schaffen gemacht und unser Quartier dauernd umstreift hatte, wollte gleich gar niemand mehr schlafen. Wir einigten uns nach kurzer Beratung darauf, dass zwei tapfere Jungs Wache schieben sollten, damit sie den Fuchs, falls dieser unserem Essen oder unserer Gruppe zu nahe kommen sollte, vertreiben könnten. Mit diesem Vorschlag waren auch unsere beiden Mitarbeiter sofort einverstanden, da so auch sie ein wenig zur Ruhe kämen. So schliefen wir alle – bis auf die beiden Nachtwächter – noch einige Stunden. Mit zunehmender Helligkeit zog sich auch der Fuchs wieder zurück, oder ließ sich zumindest bei uns nicht mehr blicken, und wir konnten guten Gewissens schlafen.

Doch schon kurze Zeit später – um 6 Uhr – waren alle wieder wach, standen auf und machten sich fertig. Lediglich Benjamin und Elias wollte noch ein Weilchen weiterschlafen. Derweil setzten wir das Feuer in Stand und packten unsere Sachen zusammen. Um 8 Uhr konnten wir dann endlich frühstücken, uns allen knurrte schon seit einer Weile der Magen, wir waren allerdings so höflich und warteten, bis auch der letzte Jungscharler und unsere beiden Mitarbeiter aus ihren Schlafsäcken herausgekommen waren. Wir schmierten uns die verbliebenen Brötchen und die zwei Laib Brot, die wir mitbekommen hatten, mit Nutellaersatz oder Frischkäse. Alle wurden wieder reichlich satt und wir konnten bestens gestärkt gegen 9.30 Uhr unseren Heimweg antreten.

Für den Rückweg brauchten wir gut zwei Stunden weniger als für den Hinweg, auch wenn bei dem einen oder anderen gewisse Ermüdungserscheinungen einsetzten, sei es wegen des Schlafmangels der vergangenen Nacht, wegen der fehlenden Muskelmasse, die nötig gewesen wäre um die 35kg Marschgepäck schnell zu befördern oder, dass wir versuchten, die Pausen möglichst kurz zu halten, da ja der Kapf, die Dusche, das Mittagessen und das bequeme Feldbett in Aussicht waren und immer näher kamen. Beim letzten Anstieg hinauf zum Lager, stießen wir mit Zelt 2 zusammen. Doch zum Glück nahmen weder wir noch das Zelt Schaden ;-). Genauer gesagt stießen wir mit keinem Zelt zusammen, sonder trafen vielmehr die Zeltgruppe 2, mit der wir dann vereint gegen 11.30 Uhr auf dem Kapf einmarschierten.


Geschrieben von von einem anonymen Jungscharler aus dem Zelt 3

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