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Die Versöhnung

Als Josef das hörte, hielt er sich nicht länger zurück. Schnell schickte er alle seine Diener zur Tür hinaus. "Seht!", rief er. "Seht doch, wer vor euch steht! Ich bin Josef, euer Bruder, den ihr als Sklaven verkauft habt. Sagt mir: Wie geht es unserem Vater? Lebt er wirklich noch?" Die Brüder aber starrten Josef entsetzt an. Sie brachten vor Schreck kein einziges Wort heraus. Der mächtige Ägypter, vor dem alle zitterten, der war ihr Bruder? Derselbe Bruder, den sie einst als Sklaven verkauft hatten! Nun war es um sie geschehen. Sie waren in Josefs Hand. Er konnte mit ihnen machen, was er wollte.
Aber Josef redete ihnen gut zu: "Steht auf! Kommt näher! Seht mich an! Ich bin wirklich Josef. Habt keine Angst vor mir! Ich bin nicht euer Feind. Ihr habt es zwar böse mit mir gemeint. Aber Gott hat es gut mit uns allen gemeint. Er hat mich nach Ägypten geschickt, damit ihr nicht hungern müsst. Darum geht schnell zu unserem Vater zurück! Grüßt ihn von mir und richtet ihm von mir aus: ,Komm nach Ägypten! Dort will ich dich und deine Familie versorgen, solange die Hungersnot anhält.'" Aber die Brüder waren immer noch starr vor Schreck. Da ging Josef auf sie zu, fiel ihnen um den Hals, küsste sie und weinte vor Freude.
Nun kam auf einmal Leben in seine Brüder. Sie lachten. Sie umarmten sich. Und sie erzählten Josef von ihrem Vater Jakob, der immer noch um seinen Sohn trauerte. Als aber der König hörte, wer zu Josef gekommen war, ließ er den Brüdern sagen: "Kommt mit eurem Vater hierher und wohnt bei uns! Das ganze Land steht euch offen."
Da zögerten die Brüder nicht lange. Sogleich brachen sie auf und machten sich auf den Heimweg, um ihrem Vater die gute Nachricht zu bringen: "Josef, dein Sohn, lebt!"

Vgl. 1. Mose 45

Quelle überwiegend: Neukirchener Kinder-Bibel v. Irmgard Weth, Kalenderverlag des Erziehungsvereins Neukirchen-Vluyn
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